Das „Goldene Band“ 2019 geht an Tugba Tekkal – Die Preisverleihung am 12.11.2019

Die ehemalige Profi-Fußballerin Tugba Tekkal ist gestern  (12.11.2019)  im Rahmen einer stimmungsvollen Veranstaltung im Scharoun-Saal der AOK Nordost in Berlin mit dem „Goldenen Band“ der Sportjournalisten Berlin-Brandenburg geehrt worden. Die frühere Bundesliga-Spielerin beim 1.FC Köln erhielt die älteste Auszeichnung im deutschen Sport für das Fußball-Integrationsprojekt „Scoring Girls“ für Mädchen zwischen acht und 18 Jahren. Dies ist ein Projekt, welches Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund, aus geflüchteten oder sozial schwach gestellten Familien über das gemeinsam erlebte Fußballspielen Gemeinschaftsgefühl, Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl vermittelt.

In ihrer Laudatio vor ca. 80 Besuchern aus der Sport- und Medienwelt sagte die TV-Journalistin Anne Will, die selbst schon mit den „Scoring Girls“ Fußball gespielt hat: „Es hat niemand mehr den Preis verdient als Tugba. Es braucht Menschen wie Tugba Tekkal, die mit ihrem Engagement aufstehen gegen zunehmende Bedrohungen unserer offene freiheitliche Gesellschaft: Frauenverachtung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus. Dem stellt Tugba Tekkal mit den ‚Scoring Girls‘ ein absolut mitreißendes Gegenbild entgegen“, so Anne Will. „Selbstlos, positiv, voller liebevollem Zutrauen, dass die von ihr trainierten Mädchen und jungen Frauen über sich selbst hinauswachsen werden und die Mitmenschlichkeit schließlich gewinnt.“

Zusammen mit ihrer Schwester Düzen gründete die kurdisch-jesidische Tugba Tekkal nach ihrer Karriere „Háwar.help“ – einen  gemeinnützigen Verein, der sich für die Rechte jesidischer Frauen einsetzt und der staatlich gefördert wird. Sie selbst sagt, die Fußballschuhe seien für sie ihr Tor zur Freiheit: „Diese Chancen und Freiheiten, die ich mir teilweise hart erkämpfen musste, die aber in unserer Gesellschaft auch möglich waren, möchte ich nun weitergeben.“

Der Vorsitzende der Jury und des Sportjournalisten-Verbandes, Hanns Ostermann, meinte: „Frau Tekkal erfüllt in wunderbarer Weise die Voraussetzungen für das Goldene Band. Sie unterstützt Mädchen, die es immer noch schwerer haben als Jungs. Und sie kümmert sich um ein Klientel, um Zugewanderte, das in die Gesellschaft integriert werden möchte und sollte.“

Das „Goldene Band“ wird seit 1927 verliehen und stellt Menschen in den Mittelpunkt, die sich in besonderer Weise für die Gesellschaft einsetzen – mit den Mitteln, die ihnen der Sport bietet.

Während der Veranstaltung wurden noch zwei weitere Preise verliehen: Der von der AOK Nordost initiierte Sonderpreis „Sport und Gesundheit“ für besondere journalistische Beiträge aus diesem Themenbereich ging in diesem Jahr gleich an zwei Journalistinnen (beide rbb): Ina Czyzykowski für „Parkinson – neue Hilfen für Betroffene“ und Carola Welt für „Gleitwirbel – was kann Schmerzen lindern?“ Der Nachwuchspreis „Spielraum“ – das Recherchestipendium des VdSBB ging 2019 an Arne Steinberg, der sich unter anderem mit den Ereignissen rund um den Pariser Fussballverein Paris Saint-Germain nach dem Einstieg des katarischen Investmentfonds Qatar Sports Investment im Jahr 2011 beschäftigt.

Eine spannende Diskussion rund um das Thema „Special Olympics in Berlin 2023“, moderiert von Sportjournalist Andreas Ulrich (u. a. „rbb-Arena“) und mit den Teilnehmern Aleksander Dzembritzki (Staatssekretär für Sport des Landes Berlin) und Sven Albrecht (Geschäftsführer des Special Olympics Deutschland e.V.) rundete die Veranstaltung ab. Sven Albrecht ist sich sicher, dass in vier Jahren in Berlin eine glanzvolle Veranstalung stattfinden wird.

Mit Blick auf eine zukünftige Olympia-Bewerbung von Berlin meinte Dzembritzki, zunächst solle national eine Strategie durch das zuständige Bundesinnenministerium und den Deutschen Olympischen Sportbund entwickelt werden.